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Die Touringgruppe
Deutschlandflug einmal anders

Fragt man einen Piloten irgendwo in Deutschland, ob er weiß, was der Deutschlandflug ist, so wird er sofort antworten: „Na klar weiß ich das! Der Deutschlandflug ist einer der ältesten und größten Motorflugwettbewerbe in Europa.“ Vielleicht weiß dieser Pilot auch noch, dass der Wettbewerb vom Deutschen Aero Club ausgerichtet wird, aber dann ist auch schon Schluss. Fragt man aber weiter, ob dieser Pilot schon einmal an einem Deutschlandflug teilgenommen hat, so verneint er dies und hat auch schon gleich die Gründe dafür parat. Tatsächlich ist es so, dass viele Piloten bisher noch nicht an dieser Veranstaltung teilgenommen haben, weil sie den Wettbewerbsstress mit Streckenberechnung, Zeitüberflügen, Navigationsaufgaben und Ziellandungen scheuen. Ja wenn man da mitfliegen könnte, einfach nur so, um nette Leute kennen zu lernen und Flugplätze und Städte anzufliegen, die man bis dato noch nicht kennt, dann wäre das ja etwas ganz anderes. Gut, ein bisschen Wettbewerb wäre ja ganz in Ordnung, aber ein schönes kulturelles und gesellschaftliches Rahmenprogramm darf auf keinen Fall fehlen. Was viele Flieger nicht wissen, genau das hat der Deutschlandflug auch zu bieten. Deshalb möchten wir heute einmal die „andere“ Seite des Deutschlandfluges vorstellen – die Touringgruppe.

1991 wurde die Touringgruppe (damals noch Touristikgruppe genannt) erstmals beim Deutschlandflug eingeführt. Seitdem erfreut sie sich immer größer werdender Beliebtheit bei den Fliegern. Mittlerweile fliegen beim Deutschlandflug die Hälfte aller Flugzeuge in der Touringgruppe!

Der Ablauf der vier Deutschlandflugtage ist bis ins kleinste Detail organisiert. Wie auch in der Wettbewerbsgruppe ist die Streckenführung lange im voraus geplant. Hauptaugenmerk der Planung liegt dabei in einem nicht unerheblichen Maße auf der Auswahl von Routen, die über landschaftlich reizvolle Gebiete führen. Rund 40 Teilnehmerflugzeuge wollen gut und sicher geführt sein. Aus diesem Grund beginnt jeder Tag mit einem ausführlichen Briefing vor dem Start. Die Teilnehmer erhalten Kartenausschnitte, auf denen die zu fliegende Strecke eingezeichnet ist, sowie die Anflugkarten für die Tagesziele. Ein gutes Wetterbriefing ist selbstverständlich. Ein klein wenig Wettbewerb muss dennoch sein. Auf jeder Etappe gibt es den sogenannten „Deutschlandflug-Testbogen“, der Fragen zur Route in Quizform, aber auch immer einige Luftrechtfragen enthält. Auf die leichte Schulter sollte man den Fragebogen allerdings nicht nehmen, da es auch in der Touringgruppe zum Schluss eine Wertung gibt! Aus Flugsicherheitsgründen ist die Flugstrecke der Touringgruppe so gewählt, dass sie die Flugstrecke der Wettbewerbsgruppe nicht tangiert. Erst am Zielflugplatz treffen beide Gruppen wieder zusammen.

Soviel zum Thema Fliegen. Kommen wir jetzt zum Rahmenprogramm. Auf den Übernachtungsplätzen lassen sich die ausrichtenden Vereine stets eine Menge einfallen, um ihren Gästen den Aufenthalt schön und erlebnisreich, aber auch informativ zu gestalten. Das Spektrum reicht vom rustikalen Flugplatzfest und geselligem Beisammensein bis hin zu Stadtführungen, Museumsbesuchen, Brauereibesichtigungen, Weinproben oder einer beschaulichen Fluss-Schifffahrt. Bei jedem Deutschlandflug ist es immer wieder eine Freude zu sehen, was die Ausrichter und ihre Helfer vorbereitet haben, um die Teilnehmer der Touringgruppe zu erfreuen. Die Abschlussveranstaltung und Siegerehrung findet dann für alle gemeinsam am Zielflugplatz statt.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Wie wäre es also mit einer Teilnahme am Deutschlandflug 2017? In diesem Jahr fliegt die Touringgruppe von Lübeck nach Stralsund. Nach einer Übernachtung geht es dann weiter nach Eberswalde-Finow. Am nächsten Tag steuert die Touringgruppe Dresden an – das Ziel des diesjährigen Deutschlandfluges. Mehr verraten wir noch nicht, ein bisschen Überraschung muss schließlich sein!